interaction design

Über Interaction Design

»Interaction Design is poised to become one of the main liberal arts of the twenty-first century« (Malcolm McCullough)

Nie zuvor hat die Kommunikationstechnologie dem Einzelnen so viele Möglichkeiten an die Hand gegeben wie heute. Ob wir chatten, spielen, arbeiten, schreiben, zeichnen, fotografieren, filmen, Musik hören, einkaufen, uns verabreden, flirten oder unsere Freunde einfach nur wissen lassen, was gerade um uns herum passiert oder wie wir uns im Moment fühlen: unsere Computer, Notebooks und Handys, unsere Game-Konsolen, Organizer und MP3-Player, unsere Foto-Kameras und Video-Apparate und die auf ihnen laufenden Dienste ermöglichen uns nicht nur mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben – sie erlauben uns darüber hinaus, uns selbst auszudrücken und der Welt ein Bild von uns zu vermitteln.

Ein »Anwalt« des Nutzers

Ein Interaction Designer überschaut und konzipiert diese vielfältigen Kommunikationsprozesse, die sich zwischen Mensch und Computer abspielen und die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Er entwirft als Interface Designer die sinnlichen Schnittstellen, die es beiden ermöglichen, sich zu verständigen. Seine zentrale Aufgabe ist es, komplexe Abläufe so zu gestalten, dass der menschliche Benutzer intuitiv, natürlich und gewinnbringend mit den ihn umgebenden digitalen Geräten und Dienstleistungen umgehen kann.

Interaction Design ist überall

Interaction Design findet sich in der funktionalen Gestaltung von Benutzeroberflächen (etwa von Websites) genauso wieder, wie in den elektronischen Schnittstellen unserer Alltagsprodukte. Es steckt in der täglichen Verwendung sozialen Netzwerke – wie etwa Facebook, Youtube oder Twitter – genauso wie in der Art und Weise, wie wir Musik erwerben und konsumieren. Es hilft uns im Beruf mit Kollegen zusammenzuarbeiten oder zeigt uns auf unserem Handy an, welche Restaurants und Clubs sich gerade in unserer Umgebung befinden. Es erlaubt uns, mit Freunden zu sprechen oder zu spielen, die tausende von Meilen entfernt sind und lässt uns neue Menschen kennenlernen, die die gleichen Interessen haben wie wir.

Eine gestalterische Disziplin

Das relativ junge Berufsbild hat sich aus der Notwendigkeit heraus entwickelt, den immer stärker werdenden Einfluss der Computer-Technologie auf unseren beruflichen und persönlichen Alltag mit einem »menschlichen Antlitz« zu versehen, die Benutzung immer komplexerer Systeme zu vereinfachen und die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Medien dazu einzusetzen, nützliche und emotionale Erfahrungen für deren Benutzer zu generieren.

Die Mittel, die Interaction Designer hierzu einsetzen, sind medienübergreifender und vor allem gestalterischer Natur. Ob Bild, Sound, Video, Animation, Schrift, Text, Haptik, Produktgestaltung oder räumliche Darstellung – Interaction Designer entwerfen Dinge und Anwendungen, die in den meisten Fällen eine Vielzahl von unterschiedlichen Medien in sich vereinen. Ein Interaction Designer ist daher oft ein Generalist, der mit allen Mitteln und Möglichkeiten der audiovisuellen und taktilen Gestaltung umgehen kann und sich in der Verbindung verschiedener Ausdrucksmittel heimisch fühlt.

Ein Berufsfeld mit Zukunft

Die Spannbreite des Einsatzgebietes von Interaction Design ist gewaltig und wird mit der zunehmenden Bedeutung des Computers und der vernetzten Dienstleistungen in Beruf und Freizeit von Tag zu Tag größer. Heutzutage arbeiten Interaction Designer in Unternehmen und Agenturen der Medienbranche, in Firmen, die sich auf Internet-Kommunikation spezialisieren, im Produktdesign, in der Softwaregestaltung oder als Künstler und freie Designer.

Da das Berufsbild sich genau wie die technischen Möglichkeiten ständig weiterentwickelt, sind Interaction Designer oft an vorderster Front, wenn es darum geht, neue Wege der Kommunikation und neue Erfahrungen mit digitalen Produkten und Services zu erforschen.

Da auch immer mehr Unternehmen und Dienstleister die Vorteile erkennen, die darin liegen, zusätzlich zu den traditionellen Medien (etwa dem Werbeclip oder der Anzeige) Angebote individuell auf ihre Kunden auszurichten und ihnen die Möglichkeit zu geben, mit diesen zu interagieren, gehört Interaction Design jetzt und auf absehbare Zeit zu den krisensichersten Berufsfeldern in der Gestaltungsbranche.

Keine Angst vor Neuem

Bei vielen Studieninteressenten besteht dennoch die Sorge, der Studiengang Interaction Design könne zu technisch ausgelegt sein und ein zu starkes Augenmerk auf Programmierung legen. Obgleich eine gewisse Vorkenntnis in diesen Bereichen zum Vorteil gereichen kann, so ist sie keine Voraussetzung für eine Aufnahme an der Hochschule.

Interaction Design wird an der btk – wie alle anderen Studiengänge auch – zunächst einmal als kreativer und gestalterischer Tätigkeitsbereich verstanden. Wichtiger als die Beherrschung von Codes oder Kabeln ist uns die Lust am konzeptionellen Denken, am Experimentieren mit verschiedenen Medien und am Entwickeln eines grundsätzlichen Verständnisses für die vielfältigen Möglichkeiten dieser wichtigen Disziplin. Das notwendige technische Toolset, um Ideen in lauffähige Prototypen umzusetzen, wird während des Studiums vermittelt, und zwar immer anhand von konkreten Aufgabenstellungen und spannenden Projekten.

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